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Petras Eltern haben sich getrennt, und als der Vater schwer verunglückt, muss sie ins Heim. Damit wird sie nicht fertig; monatelang spricht sie kein Wort, sodass man sie für minderbegabt hält. Auch Werner lebt im Heim, herumgestoßen und ohne die Geborgenheit, nach der er sich sehnt. Zunächst sind es nur Lügen und Streiche, erste Versuche mit Alkohol und Drogen. Aber nachdem er abgehauen ist, wird Werner in ein anderes Heim gebracht und entwickelt sich langsam zum Kriminellen. Er schließt sich falschen Freunden an, die ihn vor Übergriffen aus seiner Gruppe schützen. Am Schluss muss er sogar vor Gericht und erhält eine längere Freiheitsstrafe. Damit endet das Buch, aber nicht Werners Geschichte, denn da ist immer noch Petra, und die Freundschaft bedeutet ihm sehr viel.

Pressestimmen

"Ohne Schuldzuweisung wird genau erzählt, auch die vielfältigen Zwänge, die Lehrer und Erzieher in ihrer Beziehung zu den Kindern belasten, bleiben nicht ausgespart. Ein Roman, der sich ohne falsche Scheu dieser 'Randgruppe' annimmt und sehr deutlich auch das Verhalten so genannter normaler Jugendlicher Heimkindern gegenüber aufzeigt." (ekz-Informationsdienst)

"Dem Autor ist es gelungen, die einzelnen Charaktere in ihren Eigenarten ganz verschieden zu zeichnen. Das Buch ermöglicht einen Blick in eine Welt, die uns alle mehr kümmern sollte." (Kantonale Kommission Luzern)

"Wir sind der Meinung, dass eigentlich jeder dieses Buch lesen sollte und finden auch, dass es sich gut dafür eignet, es in der Schule oder auch in anderen Gruppen zu besprechen." (Sozialmagazin)

"Der Autor behandelt ein wichtiges Problem mit viel Einfühlungsvermögen und Verständnis. Das Buch ist flüssig geschrieben, gut zu lesen und will seine Leser hellhörig machen." (Der Evangelische Buchberar)

"Der Autor ist sich der komplexen und unlösbaren Schuldfrage durchaus bewusst. Das Buch eignet sich als Diskussionsgrundlage und kann ein Vermittler zwischen Heimkindern und sog. 'normalen' Jugendlichen sein." (Schweizer Bibliotheksdienst)

Leseprobe I

Als Nächstes sollten alle ihre Lesebücher hervorholen. Petra blieb, wie immer, reglos sitzen. "Petra!", rief Frau Mahler, "träum nicht und leg dein Lesebuch auf den Tisch! " Aber Petra tat, als sei sie taub. Sie drehte den Kopf zur Seite und schaute durch das Fenster in den Himmel. Da bückte sich die Lehrerin zu Petras Schultasche, schaute hinein, fand jedoch nur einen Stoffhasen und Fotos, die ganz abgegriffen waren. Was sollte sie davon halten? Auf den Fotos sah sie das Mädchen, das glücklich lachte, zusammen mit seinem Vater und seiner Mutter. Die Lehrerin nahm sich vor, der Sache nachzugehen...
Einen Tag später gab Frau Mahler Petra ein kleines mit Seidenpapier umwickeltes Päckchen. "Für deine Fotos", sagte sie, "damit sie nicht schmutzig werden und du sie alle zusammen hast." "Danke", antwortete Petra leise. Es war ihr erstes Wort seit langer Zeit.

Leseprobe II

Zum Tätowieren musste Schnulli sein "Besteck" holen, wie er das nannte. Werner hatte gedacht, er würde mit einem richtigen Tätowier-Apparat ankommen, und war ganz enttäuscht, als nur einige Nähnadeln, etwas Garn, Watte und ein paar Tuschegläschen zum Vorschein kamen. "Das reicht völlig", erklärte Schnulli, der Werners Enttäuschung bemerkte. "Im Knast hatten wir´ ne Maschine, echt stark. Der Motor von einem Rasierer. Aber darauf kommt´s nicht an. Mit der Hand bin ich sogar besser." Er nahm drei Nadeln, die er mit Garn umwickelte, sodass nur die Spitzen frei blieben. Dann musste Hammer sein Hemd ausziehen und sich auf einen Stuhl setzen. Schnulli setzte sich auf einen zweiten Stuhl daneben. Er goss etwas Rum auf einen Wattebausch, mit dem er die Haut abrieb, und zeichnete mit Tusche sorgfältig ein Herz auf Hammers Oberarm. Danach zeichnete er die Buchstaben hinein. Anschließend begann er, mit der linken Hand die Haut straffend, die Linien mit den in Tusche getauchten Nadeln nachzustechen. Zum Desinfizieren und Säubern verwendete er Rum.